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FREE LIBYA – Stoppt die NATO-Aggressionskriege!

Libyen der Krieg und die wahren Hintergründe.

Libyer vereint gegen NATO

Libya: 22 August 2011, afternoon - The free Tripoli

Die NATO-Kommandeure hegten die Hoffnung auf eine glückliche Bombe, die Oberst Gaddafi „aus dem Spiel“ nimmt, setzten auf eine „Palastrevolution“ bisher Getreuer oder einen Aufstand in der Hauptstadt – beides aus der Einsicht der möglichen Akteure heraus, nur so die NATO-Angriffe stoppen zu können. Doch das Gegenteil trat ein: Unter den NATO-Bomben schienen sich immer mehr Libyer – unabhängig davon, wie sie zuvor zur Regierung und dem Revolutionsführer standen – hinter diese zu stellen. Im Vertrauen darauf wurden bereits große Mengen an AK-47-Gewehren an zivile Verteidigungskomitees verteilt.

Tripoli : Bab Al Azizia [22-08-2011]
 الجزيرة : شوفو البيت الصامد ليوم

Woche für Woche demonstrieren Hunderttausende in der Hauptstadt und zahlreichen anderen Städten gegen die NATO und für das Regime. Die bisher größte Kundgebung sahen irritierte westliche Reporter am 1. Juli in Tripolis. Die Schätzung der Teilnehmerzahl ging hier bis zu einer Million. (22) Von den westlichen Medien brachte nur der US-Sender CNN Bilder, die das Ausmaß der Demonstrationen zeigten. „Dies ist eine Massendemonstration zur Unterstützung Gaddafis“, meldete am 18. Juli ein aufgeregter CNN-Reporter aus der einst von Rebellen gehaltenen Hafenstadt Sawija. Gaddafis Rede würde die Massen geradezu elektrisieren. Die Demonstration war eine deutliche Antwort auf das gleichzeitig stattfindende Treffen der sogenannten Libyen-Kontaktgruppe in Istanbul, bei dem der Nationale Übergangsrat als alleinige Vertretung Libyens anerkannt wurde. (23)

Viva Muammar Gaddafi, Libya And Its People. 
NATO rats will fail! - 23.08.2011

Die NATO reagierte auf ihre Weise. Den Großdemonstrationen am Tage folgen oft verstärkte flächendeckende Bombardierungen der Städte in der Nacht. Der apostolische Vikar von Tripolis Giovanni Martinelli berichtete zudem von Bombenabwürfen in unmittelbarer Nähe von Massenkundgebungen, mit denen die Demonstranten offensichtlich von einer weiteren Teilnahme abgeschreckt werden sollten. (24)

Die Wahrheit über Libyen 22.08.2011 
Proof of Mass Media NATO Lügen

Die Zahl der Libyer, die in den Diensten des Staates stehen oder anderweitig vom Regime profitieren würden, sei recht groß, versuchten die westlichen Medien die Pro-Gaddafi- und Anti-NATO-Demonstrationen, die die gesamte NATO-Propaganda vom Kampf „des gesamten Volkes gegen die Diktatur“ auf den Kopf stellte, ein wenig zu erklären.
Die Erklärung ist nicht ganz falsch. Im Grunde profitieren alle Libyer von einem Staat, der ihnen bisher mit freier Gesundheitsversorgung und Bildung, ausreichenden Altersrenten, subventionierten Wohnungen etc. den höchsten Lebensstandard in der Region garantierte. Vor allem Frauen profitieren von einem System, das ihnen – im Unterschied zu den meisten anderen arabischen Ländern – dieselben Rechte wie Männern zugesteht. „Feministinnen zählen zu Gaddafis größten Fans“, musste denn auch Associated Press feststellen. „Er gab uns vollständige Freiheit, um als Frau zur Polizei gehen oder als Ingenieurin, Pilotin, Richterin oder Anwältin arbeiten zu können“, erklärte eine junge Polizistin ihre Loyalität. 27 Prozent der Arbeitsplätze des Landes werden von Frauen besetzt – wenig im internationalen Vergleich, aber sehr viel für die arabische Welt. (25) Für sie steht viel auf dem Spiel, denn auf der Agenda der Mehrheit der Rebellen im konservativ-religiösen Osten steht die Wiedereinführung der Scharia, das heißt des traditionellen islamischen Rechts.

Saif al-Islam: Alles ist gut, Tripoli - 
Rebellen gefangen (23. August 2011)

NATO-Allianz bröckelt

Die Kriegsallianz begann angesichts der immer aussichtsloseren Situation zu bröckeln. Norwegen hat sich bereits zurückgezogen, der italienische Staatschef Berlusconi bezeichnete angesichts des Ansturms Tausender Flüchtlinge und der massiven wirtschaftlichen Einbußen bei den italienischen Libyengeschäften den Krieg insgesamt als Fehler. Ein Ausscheren Italiens würde den Rest der Kriegsallianz vor erhebliche Probleme stellen. Auch der französische Verteidigungsminister Gérard Longuet gab in einem Interview im französischen Fernsehen zu, dass die Militäraktion gegen Libyen gescheitert sei und nun die Diplomatie ans Werk müsse. „Wir müssen uns nun an einen Tisch setzen. Wir werden die Bombardierungen stoppen, sobald die Libyer beginnen, miteinander zu reden, und das Militär beider Seiten sich in seine Basen zurückzieht.“ Er rückte dabei auch vom bisher wichtigsten Kriegsziel der Allianz, Gaddafi zu stürzen, ab und meinte, dieser könne im Land bleiben „in einem anderen Raum des Palastes, mit einem anderen Titel.“ London und Washington zogen wenig später nach und begannen mit der Suche nach einer für sie und ihre Verbündeten noch akzeptablen Verhandlungslösung.

Diese war und ist nicht in Sicht. Einen echten Kompromiss, der die tatsächlichen Kräfteverhältnisse im Land berücksichtigt, hat die NATO nicht im Sinn. Auch für die Aufständischen sind ein Waffenstillstand und eine Verhandlungslösung, die Gaddafi zum guten Teil an der Macht ließe, wenig attraktiv. In den von ihnen tatsächlich „kontrollierten Gebieten“ lebt nur ein Viertel der Bevölkerung. Unabhängig davon, welche institutionellen Änderungen vereinbart werden, könnten sie aufgrund ihres schwächeren Rückhaltes in der Bevölkerung ihre Position kaum lange halten. Aus diesem Grund beharrte der Übergangsrat trotz des westlichen Drängens auf dem Abgang Gaddafis und seiner Getreuen als Vorbedingung für Verhandlungen.

Unterdessen hatte die libysche Regierung, die lange Zeit einen Waffenstillstand und Verhandlungen ohne Vorbedingungen angebot, erklärt, dass es keine Gespräche geben würde, bevor nicht die Luftangriffe eingestellt wurden. Sie forderte zudem die Freigabe ihrer eingefrorenen Auslandsguthaben. (26)

Zu der Zersplitterung der Aufständischen kommt offenbar zunehmend Widerstand in den von ihnen kontrollierten Gebieten selbst. Wie die israelische Zeitung Ha’aretz berichtete, drängen die Oberhäupter der örtlichen Stämme in der Gegend der umkämpften Stadt Misrata die dortigen Aufständischen, ihre Waffen niederzulegen. Sie drohen, andernfalls aufseiten der Regierung einzugreifen. (27)

Zunehmend komme Frustration und Angst vor einem lang andauernden Krieg zum Vorschein, berichtete dpa aus der zwischen Bengasi und Tobruk gelegenen Küstenstadt Derna. Die meisten Leute sind ohne Arbeit, die Schulen sind geschlossen und die Lebensmittelpreise steigen rapide. Es gebe schon einzelne Widerstandsnester gegen die Aufständischen, die bei Nacht aktiv werden. Sollte der Krieg noch länger dauern, könnten sich immer mehr Bürger der Stadt diesen anschließen. (28)

Der Unmut über den rücksichtslosen Bombenkrieg der USA und der alten Kolonialmächte dürfte auch in den Reihen der Aufständischen zugenommen haben. Viele Libyer haben den US-geführten Krieg gegen Irak nicht vergessen und haben daher wenig Vertrauen in die Kriegsallianz. Dies gilt nicht zuletzt auch für den starken islamistischen Flügel der Opposition. Die Bemerkung des politisch aktivsten Sohnes Gaddafis, Saif al-Islam, gegenüber der New York Times, es gebe Verhandlungen mit deren Führern ist daher nicht unplausibel. Die Islamisten könnten durchaus feststellen, dass ihr größerer Feind die NATO und deren wirtschaftsliberale Verbündete sind.

Eine Wende könnte das Eingreifen der Führung der libyschen Stämme in das Geschehen bringen, die in Libyen eine große Rolle spielen. Bereits im Mai hatten 2000 Scheichs und Stammesälteste den NATO-Krieg und die Libyer, die ihn unterstützen, verurteilt, jedoch allen Rebellen, die den Kampf aufgeben, Versöhnung angeboten. (29) In einer Serie von Treffen im Land und in den Nachbarländern hatte sich die Mehrheit, wie es scheint, auf Maßnahmen zur Beendigung des Bürgerkrieges und der NATO-Intervention geeinigt. Ende Juli verabschiedete der Oberste Stammesrat Libyens schließlich eine „Proklamation der libyschen Stämme“. Das von einer großen Zahl von Stammesführern unterzeichnete Manifest verurteilt „die Kreuzfahrer-Aggression gegen die Große Dschamahirija durch die NATO und rückschrittliche arabische Kräfte“, die eine große Bedrohung für libysche Zivilisten darstelle, die fortgesetzt durch NATO-Bomben getötet werden. Die Notabeln erklärten darin zudem ihre „völlige Ablehnung des sogenannten Übergangsrates in Bengasi, der von Stammesvertretern weder nominiert noch gewählt, sondern von der NATO eingesetzt wurde“. Sie werden keine andere Autorität als die des Volkskongresses und der Volkskomitees akzeptieren. Die libyschen Stämme hätten sich bisher noch nicht vollständig auf ein Zurückschlagen der NATO-Aggression einigen können, so ein Vertreter beim Stammesrat. Nun würden sie aber die NATO wissen lassen, dass sie von nun an nicht ruhen werden, bis sie das Land verlassen haben und sichergestellt sei, dass sie nie mehr zurückkommen. (30)

Solange die Kampfjets der NATO in kurzer Zeit überall zuschlagen können, wo sich Regierungstruppen formieren, ist an eine Rückeroberung der weit entfernten Städte im Osten durch reguläre Truppen nicht zu denken. Sollte sich jedoch tatsächlich eine Mehrheit der Stämme unmittelbar gegen die Aufständischen wenden, könnte sich das Blatt rasch wenden.

Libya set up by NATO - 
Fake Libyan Rebels exposed PART 1/2
Libya set up by NATO - 
Fake Libyan Rebels exposed PART 2/2
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